Erfahrungen einer Physiotherapeutin

Yoga ist nicht gleich Yoga

 

Yoga ist voll im Trend und wird daher überall angeboten. Dabei gibt es grosse Unterschiede. Einerseits gibt es wie einst Aerobik oder Zumba einen Trendsport namens Yoga. Man trifft sich zur Fitness, es läuft Musik, man hat Spass und man pauert sich aus. Andererseits gibt es das eigentliche Yoga. Ziel ist die achtsame Arbeit am eigenen Körper. Achtsam bedeutet die Gedanken des Alltags abzuschalten und nur darauf zu achten, wie sich der eigene Körper anfühlt. Um das zu können brauche ich Stille oder eine sehr leise Musik, die mich dabei unterstützt. Eine gut ausgebildete Trainerin passt das Niveau der Übungen der Gruppe an. Darüber hinaus kann eine Übung, bei Beschwerden angepasst werden. Z. B. Kann eine Person nicht den Vierfüsslerstand einnehmen wegen Problemen des Handgelenks, so kann die gleiche Übung auch im Unterarmstütz ausgeführt werden. Ausserdem entscheidet jeder wie lange eine Position gehalten wird oder wie oft eine Übung wiederholt wird. Ganz besonders wichtig ist die Korrektur durch die Trainerin. Da wir uns im Alltag Fehlhaltungen angewöhnen, erscheint uns unsere Körperhaltung normal. Es genügt daher nicht nur zu sagen, dass der Rücken gerade sein soll. Ein medzinisch qualifizierter Yoga Trainer/in erkennt eine fehlerhafte Übung sofort und kann sie dann individuell korrigieren. Denn Übungen, die fehlerhaft ausgeführt werden sind im günstigsten Fall wirkungslos und können im schlimmsten Fall ernsthafte Probleme durch Überlastung zur Folge haben. Wer gern Yoga  machen möchte, sollte sich vorher überlegen, was er erwartet.

 

Tipps einen passenden Kurs zu finden

 

- Welche Qualifikation haben die Trainer ( insbes. medizinisch)

- Probestunde absolvieren

  wieviel Teilnehmer, wird individuell korrigiert

- liegt der Fokus auf Power oder auf individueller Übung

- laute Rhythmen oder leise Musik zum abschalten

 

 

Ein schöner Rücken kommt Nicht vom Bücken!

 

Rückenschmerzen gehören zu den Symptomen, die am weitesten verbreitet sind. Dabei sind keinesfalls immer Erkrankungen die Ursache. Vielmehr sind Verschleiss und degenerierte Muskulatur der Grund. Die Meisten achten bei den täglichen Bewegungen nicht auf ihren Rücken, sondern bewegen sich so, wie es die Situation erfordert. Je nachdem wie belastbar der Rücken einer Person ist, dauert es länger oder kürzer, bis die ersten Beschwerden auftreten. Diese Symptome sind Folge einer über längere Zeit erfolgten Überlastung. Mit anderen Worten: Jeder wird im Laufe seines Lebens irgendwann Rückenschmerzen bekommen. Dagegen kann man etwas tun!

Nun werden sicher einige an langweilige Übungen zu Hause oder in Kursen denken. Sie brauchen auch keine Tabletten nehmen! Alles was Sie tun müssen ist, Ihre Alltagssituationen rückenfreundlich zu gestalten.

Das beginnt direkt morgens beim Aufstehen! Allein das Aufstehen und Hinlegen kann man rückenfreundlich tun. Und jetzt überlegen Sie mal wie häufig Sie das tun? Genauso verhält es sich mit dem Sitzen, Stehen, Heben....etc. Wenn Sie Ihre persönlichen Bewegungen im Alltag daraufhin verändern, bewegen Sie sich überwiegend rückenschonend. Das ist viel effektiver, als wenn Sie jeden Morgen ein paar Übungen machen, aber den Rest des Tages Ihren Rücken übermässig belasten.

 

Jetzt fragen Sie sich sicherlich woher ich das alles weiss?

 

Ich habe schon seit der Pubertät mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen; habe eine Skoliose; hatte einen schweren Bandscheibenvofall...etc. Medizinisch haben mich die Orthopäden gut versorgt, aber der nach der Akutphase gab es keine Antwort auf die Ursache oder was ich tun kann, um eine Wiederholung zu verhindern. Aus Interesse bin ich dann Physiotherapeutin geworden und habe dort das Zusammenspiel von Muskeln, Bändern und Gelenken gelernt. Seit dem versuche ich so oft wie möglich, meinem Rücken nicht mehr zuzumuten als nötig. Im Laufe der Jahre hat sich auch meine Muskulatur verstärkt, sodass ich heute wieder im Garten arbeiten kann. Je mehr Bewegungen meines Alltags ich einbeziehe, desto effektiver schütze und kräftige ich meinen Rücken.

 

Probieren Sie mal folgendes aus.

Nehmen Sie eine Flasche Wasser in die Hand und halten sie vor Ihrem Oberkörper fest. Das wird für die meisten kein Problem sein.

Jetzt strecken Sie den Arm mit der Flasche gerade nach vorn und halten sie ebenfalls fest.

Es ist viel anstrengender!

Obwohl es sich um die gleiche Flasche Wasser handelt!

Und genau das ist der Unterschied zwischen rückenfreundlich und rückenbelastend.

 

 

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